
Bebra. Die Sängerin und Entertainerin Edwina de Pooter ist für ihr Engagement für behinderte Menschen im Kreis Hersfeld-Rotenburg ausgezeichnet worden.
Oberst außer Dienst Jürgen Damm überreichte ihr in den Sozialen Förderstätten für Behinderte in Bebra das Brigadegeneral-Karl-Heinz-Jörgens-Glas.
Damm ist Präsident der Aktion für behinderte Menschen in Hessen. Die war Anfang der 70er-Jahre von Oberstarzt Dr. Harald Renner und von Brigadegeneral Karl-Heinz Jörgens gegründet worden.
Nach Jörgens - heute 89 Jahre alt - ist das Glas benannt, mit dem die bundesweit immer noch einmalige Aktion "außerordentliche Verdienste" um behinderte Menschen würdigt. So steht es auch in der Urkunde für Edwina de Pooter, die bei Wohltätigkeitskonzerten in Bebra und in den Förderstätten der Behinderten aufgetreten ist.
"Machen Sie weiter so. Sie sind ein Vorbild für uns alle." Das rief der Kreisbeigeordnete Helmut Miska der Geehrten zu. Miska gratulierte im Namen des Landrats. "Ich bin völlig aus dem Häuschen und total nervös", sagte Edwina de Pooter am Ende der Feierstunde. "Schön, dass Ihr mir Eure Zeit schenkt", rief sie den Behinderten zu. Und: "Ich denke, dass ich den Menschen Freude bringen kann. Das will ich weiterhin tun und weiter für Euch da sein."

Auf die Ehrung sei sie sehr stolz, sagte sie. Die Auszeichnung sei ein Zeichen für alle, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stünden. Dass sie sich in Bebra engagiere, sei ihrem Freund Volker Führer zu verdanken. Dem Mann mit der Kamera nahm sie das Handwerkszeug ab. Sie drehte den Spieß um, wie sie formulierte, und filmte den Kameramann.
Mit dem Jörgens-Glas, so sagte Präsident Damm zu Edwina de Pooter, ehre man einen Menschen, der sich "ganz besonders für Behinderte einsetzt" und man erwarte, "dass Sie sich weiterhin ganz besonders einsetzen". Was für Edwina de Pooter Ehrensache ist, auch wenn sie beim Wohltätigkeitskonzert mit dem Heeresmusikkorps 2 im nächsten Jahr - wie bereits berichtet - nicht auftreten wird. Dennoch bleibt sie der Region verbunden.
"Die Menschen dieser Werkstatt stehen in der Mitte unserer Gesellschaft", sagte Damm. Edwina de Pooter habe ihr Herz dafür entdeckt, "dass es sich lohnt, für Menschen da zu sein, die in vielen Bereichen am Rande unserer Gesellschaft leben".
"Es gibt in der Welt viel, viel Elend, viel Not", sagte Damm. "Es gibt auch bei uns nicht unbedingt Not, aber Menschen, die nicht so am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können - wir arbeiten in der Region mit einem Verwaltungsaufwand von weit unter fünf Prozent". Von einem Euro, der gespendet wird, "kommen 96 bis 97 Cent bei behinderten Menschen an: "Oft sind es nur kleine Hilfen, aber Hilfen, die wirksam sind".
Quelle: Hersfelder-Zeitung vom 17.11.2009